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Glückauf auf Japanisch

Eine wenig bekannte Facette der deutsch-japanischen Beziehungen behandelt ein neues Buch, das als Teamarbeit von Wissenschaftlern der Universitäten Bochum, Düsseldorf und Duisburg-Essen, koordiniert und mit Beteiligung der Deutsch-Japanischen Gesellschaft am Niederrhein, entstanden ist: ein bilaterales Programm, mit dem um 1960 einige hundert japanische Bergleute in das Ruhrgebiet gekommen sind. Einige der japanischen "Kumpel" leben noch immer in den Städten der Region und wurden nach ihren Lebenserinnerungen befragt, die nun in dem Band neben einer Reihe einführender Aufsätze vorgelegt werden konnten. Das Projekt insgesamt ist als nachhaltiger Beitrag der DJG am Niederrhein zum Jubiläumsjahr 2011 aus Anlass von 150 Jahren deutsch-japanischen diplomatischen Beziehungen angeregt worden.

Es ist in Deutschland weitgehend unbekannt, dass über 400 japanische Bergarbeiter zwischen 1957 und 1965 im Ruhrgebiet gearbeitet haben. Sie gehören zu den ersten Gastarbeitern in der deutschen Industrie und waren auch unter den ersten Japanern, die längere Zeit in Deutschland lebten. Während das Bild der Japaner im Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit von den relativ wohlhabenden und urbanen japanischen Geschäftsleuten insbesondere im Japanzentrum Düsseldorf geprägt wird, markieren die Bergleute einen gewissen Kontrapunkt: Sie kamen als Arbeiter, wenn auch zum Teil hoch gebildet, und wohnten in einfachen Verhältnissen. Wie sie im Ruhrgebiet zurechtkamen und wie sie in Gemeinschaft mit den Einheimischen lebten, ist daher von besonderem Interesse und eröffnet auch für deutsche Beobachter neue, bisher unbekannte Facetten deutsch-japanischer Begegnungen.

Bergleute aus Japan im Ruhrgebiet

"Spiritus rector" des Vorhabens ist Atsushi Kataoka, Vizepräsident der DJG. Weitere Mitglieder des Kernteams waren die Professoren Regine Mathias von der Universität Bochum, Werner Pascha von der Universität Duisburg-Essen - gleichzeitig Vizepräsident der DJG -, Shingo Shimada von der Universität Düsseldorf sowie nicht zuletzt die Geschäftsführerin der DJG, Pia-Tomoko Meid. 'Großzügig finanziell unterstützt wurde das Projekt von Herrn Dr. Ulrich Lehner, Präsident der IHK Düsseldorf, von der JaDe-Stiftung sowie von Frau Bettina Lassen. Gewidmet ist der Band dem Andenken an Dr. Erich Schulte, dem Gründungspräsidenten der DJG.

Die Sendung WestArt des WDR-Fernsehens hat kürzlich auf Basis des Buches und von interessantem Filmmaterial über das Austauschprogramm berichtet: Link

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich: Atsushi Kataoka, Regine Mathias, Pia-Tomoko Meid, Werner Pascha, Shingo Shimada (Hrsg.): "Glückauf" auf Japanisch. Bergleute aus Japan im Ruhrgebiet, Essen: Klartext-Verlag 2012, Preis: 22,95 Euro